Buchpräsentation: "Berlin 1961"

Fred Kempe


12. März 2012, Berlin

 

2011 war der 50. Jahrestag des Mauerbaus in Berlin. Für viele der jüngeren Generation heute nur noch ein historisches Datum, für viele der älteren Generation das wohl einschneidendste und politisch bedeutsamste Ereignis in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Der Bau der Mauer war das Symbol für den sich verschärfenden Ost-West-Konflikt, die Mauer selbst danach immer wieder Gegenstand und Anlass für politische und wirtschaftliche Auseinandersetzungen zwischen den beiden Teilen Deutschlands und den dahinterstehenden Bündnissen, der NATO auf der westlichen, dem Warschauer Pakt auf der östlichen Seite.

 

Der deutsch-amerikanische Journalist, Autor und Präsident des Atlantic Council,
Fred Kempe, hat dazu im vergangenen Jahr in den USA ein Buch mit dem Titel:
"Berlin 1961 - Kennedy, Khrushchev, and the Most Dangerous Place on Earth" herausgebracht. Kempes Rekonstruktion der diplomatischen und politischen Ereignisse, die zum August 1961 geführt haben, liest sich wie ein politischer Thriller, was mit dazu geführt hat, dass das Buch bereits nach kurzer Zeit in Amerika ein nationaler Bestseller wurde.

 

Kempe, ehemaliger Bürochef für das Wall Street Journal nach dem Fall der Mauer in Deutschland, hat zu diesem Buch zahllose Zeitzeugen befragt, russische und amerikanische Archive neu durchforstet und eine Fülle nie veröffentlichten Materials und neuer Ergebnisse zu Tage gefördert, die u. a. die Rolle Chruschtschows und Kennedys in einem völlig neuen Licht erscheinen lassen.

 

Wir haben den Autor gewinnen können, sein Buch einem kleinen Kreis geladener Gäste auf Deutsch vorzustellen. Und das an einem für dieses Thema historisch bedeutsamen Ort: dem Journalisten-Club im Axel Springer Hochhaus in Berlin. Direkt an der Mauer und nur einen Steinwurf weit vom Checkpoint Charlie entfernt, baute Axel Springer, der am 2. Mai dieses Jahres 100 Jahre alt geworden wäre, sein Verlagshaus als politische Antwort auf die Mauer und als Mahnung, die deutsche Teilung nicht hinzunehmen.

 

Im Rahmen der Buchpräsentation kommen damalige und heutige politische Akteure, Schriftsteller und Oppositionelle aus dem einst geteilten Deutschland, Publizisten und Chefredakteure zu einem generationsübergreifenden Dialog zusammen, der die heutige Lebenssituation der Menschen mit dem täglichen Leben in jenen aufregenden Tagen verbindet.